Studiengang Kulturmanagement - Weblog

Laura Raths am 9.12.2009 | Kommentare (4)

ZKM-Es war einmal ein Künstler!

Da war ich nun im ZKM, also Zentrum für Kunst und Medientechnologie so hieß es.

Ich fühlte mich wie E.T. nach Hause telefonieren oder in das fünfte Element. Eine Begegnung zwischen Technik und Kunst, wie noch nie zuvor gesehen, zurück versetzt ins Kindesalter, Faszination die anregt zum Mitmachen. Man möchte alles anfassen, spielen, erfahren und entdecken.

Am beeindruckendsten, das schwarze Loch. Internet, Datenflut, umringt, eingekreist und durchflutet von Filmen der Zeit. Einfach überwältigend. Der Konsumüberfluss offensichtlich. Man steht nicht nur im Zentrum sondern wird Teil des Werkes indem man die unterschiedlichsten Videos anklicken, anhören und ansehen kann. Es ergeben sich andere Dimensionen und nicht nur wegen der 3D Brille.

Ohne Führung fast aufgeschmissen, trottete ich weiter durch die 3 Etagen und die vielen kleinen versteckten Kammern, die alle ein Geheimnis verbargen.

Und dann…..dann kamen sie , “die Fragen:”

Kann man bei den Maschinen  noch von Kunst oder gar Künstlern reden?Können sie diesen ersetzen? Maschinen, determinierte, programmierte oder doch kreative Künstler? Maschine gegen Mensch, Mensch gegen Maschine oder Mensch mit und Maschine für den Menschen? Nur die rechte Hand, eine Verlängerung des Arms? Grenzen verschwammen. Der Fortschritt und das Metall im Vordergrund. Kunst nur noch Nebensache,  sichtbares Beispiel oder Ursprung? Die Kunst also erste Evolutionsebene der Technik? 2 Bereiche die fast immer getrennt werden, nun mit einander verwandt? Muss man vielleicht den Begriff der Kultur überdenken? Ist Kreativwirtschaft der richtigere Begriff?

Es gab keine Antworten aber mitnehmen konnte ich dennoch viel. Anregungen, Ideen, Nachdenklichkeit, manches Halbwissen und viele übergroße Künstlerspielsachen. Sicher etwas für Technikfreaks und für jeden Künstler öffnet es eine neue Pforte. Wer noch nicht dort war, sollte sich umbedingt die Zeit nehmen. Es ist nicht mit einem Abstecher getan und am besten eine Fachperson oder Führung mitnehmen.

4 Kommentare

  1. Danke für den eindrucksvollen Bericht. Zu deinen Fragen:

    Maschinen sind im Grunde ein verlängertes Körperteil des Menschen. Werkzeuge und Fortbewegungsmittel als Verlängerung der eigenen Extremitäten. Computer als Verlängerung unseres Gehirns usw.

    Daher kann man Mensch und Maschine eigentlich niemals trennen. Es ist nur die Frage inwieweit wir Maschinen dazu anregen nicht nur eine Verlängerung unseres Selbst zu werden sondern eine eigenständige und verbesserte Kopie.

    So oder so ein uralter Traum und Alptraum der Menschen. :-)

  2. Der Bericht ist in der Tat eindrucksvoll, vielen Dank dafür! Mich erinnert diese Beschreibung schon fast an das futuristische Manifest bzw. den Futurismus. Da waren die Maschinen ein ganz wichtiger Bestandteil der “Philosophie” und ließen sich sehr wohl mit dem Künstlertum verbinden.

    Allerdings weiß ich nicht, ob es Sinn macht bzw. zulässig ist, den Futurismus mit unserer heutigen Zeit zu vergleichen. Da kenne ich mich zu wenig aus.

  3. clemens sagt:

    Danke für den Bericht und “die Fragen”. Vielleicht interessiert dich und deine KollegInnen die http://www.transmediale.de? Würde mich freuen, denn diese Fragen werden dort auch thematisiert. FUTURITY NOW! ;-)

  4. Prof. Merkwitz sagt:

    Liebe Laura, vielleicht machen wir KMler doch noch mal einen Besuch im ZKM mit einer Führung für alle …?!

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