Studiengang Kulturmanagement - Weblog

David Sixt am 23.01.2010 | Kommentieren

T-Rex und verrückte Italiener

Ein Mann schläft im Schlafsack vor einem Geldautomaten, während seine Lakaien die ganze Nacht vor dem Hause seiner Verehrten Wache halten, um ihr die Nachricht seiner Liebe zu überbringen, doch sie kommt nicht heraus. Verzweifelt wendet sich der arme, jedoch stinkreiche Graf an das Faktotum der Stadt, den “BARBIER VON SEVILLA“, ihm zu helfen, seine Geliebte, von ihrem Vormund, der sie um jeden Preis heiraten möchte, in dem Haus eingesperrt, doch noch zu bekommen. Er besingt sie, als sie auf ihrem etwa 3-4 Meter großen T-Rex sitzend – der T-Rex soll den Wagner-Drachen darstellen, kann zwar auch Feuer und Rauch spucken, ist aber klar als Dinosaurier zu erkennen – aus dem Fenster blickt, und auch ihre Liebe zu dem Schmachtenden wird entfacht.

Der Rest der Oper ist ein absolutes Chaos aus seltsamen Verkleidungen (des Grafen, um unerkannt in die Wohnung des fräuleins zu gelangen), “S.W.A.T.”-Teams in Taucheranzügen, einem Vormund, dem im Laufe der Oper ein Schwanz wächst, der immer größer wird, einem unglaublichen und sehr gut gespielten Fiiiiiigaro (”Figaro, Figaro, Fiiigaroooooo…”), Massen an um sich geworfenem, selbstgedrucktem Geld, am Ende des ersten Aktes einer wirren, durcheinander und ineinander gesungenen und gespielten Chaoskomposition mit entsprechender Lichtshow und am Ende, ja ich verrate es, entschuldigung, einem gelungenen Happy End.

Man muss insgesamt sagen, dass “Der Barbier von Sevilla” ein durchaus gelungenes Werk ist. Wobei hier die Geschmäcker auseinander gehen können (was bei Tobi, Doro und mir auch der Fall war). Es ist eben, wie man sich landläufig eine italienische, kömodiantische Oper vorstellt. Ein ganzes Stück überdreht und überspitzt und schlicht chaotisch, aber dadurch eben sehr witzig und die Aufgabe einer Komödie somit erfüllend. Leider muss ich sagen, dass ich, v. a. im ersten Akt, von den Gesangsleistungen einiger nicht wirklich überzeugt war. Ein wenig schwammig hier und da und nicht ganz auf den Punkt. Das wurde im zweiten Akt zwar besser, ließ den Wehmutstropfen aber bestehen. Trotzdem empfehlenswert und für ab 9 Euro im Badischen Staatstheater auch nicht teuer.

David – KM

P.S.: Da ich immer noch nicht rausgefunden habe, wie das mit dem Einfügen von Bildern in die Posts funktioniert, hier der Link zu einem Bild der Aufführung:

Der Barbier von Sevilla – feat. Wagner-Drachen-T-Rex

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